Tag 9
Um vier Uhr früh klingelt der Wecker, heute geht es im Morgengrauen auf die längste Etappe von Porta nach Bellver de Cerdanya. 35 km, 1111 m Auf- und 1553 m Abstieg liegen vor uns.
Zunächst geht es entlang eines Flüsschens, über welchem zu dieser frühen Tageszeit noch dicke Nebelschwaden liegen. Wir biegen ab und beginnen den Aufstieg zum Portella Blanca, dem mit 2517 m höchsten Punkt unserer heutigen Etappe. Der Sonnenaufgang in den Bergen ist heute besonders spektakulär.
Der einsame Weg führt uns durch das Tal Vallee du Campcardos eine ehemalige Sommerweide, im Hintergrund ragt der gewaltige Gipfel des Puig de Campcardos empor. Auf der Weide grasen halbwilde Pferde.
Nach einigen Stunden und vielen Höhenmetern erreichen wir den Gipfel Portella Blanca und gleichzeitig das Dreiländereck Frankreich-Spanien-Andorra. Ein wunderbarer Ort, um unser Frühstück zu genießen.
Von nun an sind wir in Spanien oder besser gesagt in Katalonien. Der Abstieg führt uns zunächst aus dem alpinen Gelände weiter über Wiesen und Wälder. Wir begegnen frei umherziehenden Rinderherden, zu denen sich, zu unserem Erstaunen, auch immer einige Pferde gesellen. Endlich erreichen wir den kleinen Ort Prullans und wir können uns am Dorfbrunnen unsere Füße kühlen, bevor es weitergeht.
Leider meint es der Wettergott jetzt nicht mehr so gut mit uns und wir müssen bei schwerem Gewitter und Starkregen eine Zwangspause einlegen. Zum Glück bietet sich ein offener Pferdestall zum Schutz an.
Endlich klart es wieder auf und wir nehmen die letzten Kilometer in Angriff und erreichen nach ca. 11 Stunden unser Ziel Bellver de Cerdanya. Unser Gastgeber bewirtet uns überschwänglich mit typisch katalanischen Grillgerichten, bevor wir todmüde in unsere Betten fallen.